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DeepaMehta

Werden wir in 20 Jahren noch mit Programmen, Ordnern und Dateien arbeiten?

Kurzbeschreibung

DeepaMehta ist eine Plattform für Kollaboration und Wissensmanagement
DeepaMehta ist ein Networked Semantic Desktop
DeepaMehta ist ein Denkwerkzeug
DeepaMehta ist ein Application Server

Die heutige Benutzerschnittstelle ist viel zu kompliziert, um den Computer als Informations- und Wissensmedium einer Vielzahl von Menschen zugänglich zu machen. Trotz extremer Fortschritte im Hardwarebereich hat sich am geltenden Prinzip der Benutzerschnittstelle (Programme, Fenster, Ordner, Dateien) seit 20 Jahren fast nichts verändert. Getrieben vom Marktdruck kann die Industrie lediglich Detailverbesserungen hervorbringen und diese dem Nutzer als Effizienzgewinn verkaufen (“Das neue System hat über 200 neue Features”). Tatsächlich werden die Systeme immer komplizierter, schwerer instand zu halten, und nichts passt wirklich zusammen. Notwendig ist ein grundlegendes Neu-Denken der Benutzerschnittstelle und der dahinterliegenden Software-Architektur.

Wie wollen wir die Benutzerschnittstelle gestalten?

Das heutige User Interface zerhackt die Arbeitswelt des Benutzers in kleine Stücke. Anstatt sich voll auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren zu können, muß er sein Kurzzeitgedächntis ständig mit dem Umschalten zwischen Applikationen, dem Verschieben von Fenstern und dem Suchen nach Dateien belasten. Trotz grafischer Benutzeroberfläche denken und handeln wir noch immer in Computersprache: Application, File, Save, Cancel, Quit.

Bevor wir von Spracherkennung und Virtueller Realität träumen, sollten wir darüber nachdenken, wie wir mehr aus Maus und Pixelbildschirm herausholen können.

Das Besondere an DeepaMehta ist die “kognitiv kompatible” Benutzerschnittstelle, die vollständig auf Topic Maps basiert. Inhaltliche Beziehungen zwischen Themen werden direkt dargestellt. Es gibt keine (sichtbaren) Programme, keine Dateien, keine Fenster, kein Speichern. Nur Inhalte. Die Technik tritt in den Hintergrund und zwängt dem Menschen nicht länger eine unnatürliche Arbeitsweise auf. Benutzer und Arbeitsgruppen sind frei, sich ihre Begriffe, Sichtweisen und Arbeitsabläufe selbst anzulegen.

Wie wollen wir Software entwickeln?

Derzeit wird die Softwarewelt von einer großen Anzahl vermeintlich spezialisierter Applikationen beherrscht. Tatsächlich enthalten die Anwendungen zum größten Teil redundante Funktionen. Die Verkopplung von Informationen mit Applikationen erschwert den Workflow erheblich. Anstatt immer neue Applikationen herzustellen, sollten wir darüber nachdenken, wie eine Basissoftware für die alltäglichen Informations- und Kommunikationsaufgaben aussehen kann.

In Zukunft werden Softwareentwickler auf Onthologien aufsetzen können, die die Gemeinschaft hervorgebracht hat. Softwarehersteller werden keine kompletten Applikationswelten mehr ausliefern, sondern eher Kommando- und Visualisierungs-Plugins.

DeepaMehta ist eine langfristige transdisziplinäre Bemühung mit hohem visionärem Charakter. Das Projekt wurde Anfang 2000 von Matthias Staps und Jörg Richter gegründet. In der DeepaMehta-Softwareplattform stecken über 20 Jahre IT-Erfahrung und über 10 Jahre Auseinandersetzung mit der Kognitionswissenschaft. Auf Basis von DeepaMehta wurden bereits mehrere Kundenlösungen entwickelt, z.B. das geographische Content Management System Kiezatlas. DeepaMehta wird auf internationalen Konferenzen präsentiert und hat mehrere Preise gewonnen. DeepaMehta ist Open Source Software.

Ziel von DeepaMehta ist, die Bedienung und die Anwendungsprogrammierung von Computern zu vereinfachen, um damit einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft zu schaffen.

www.deepamehta.de

“Die Softwaresysteme, mit denen wir heutzutage am meisten zu tun haben, sind Betriebssysteme und Browser. Betriebssysteme verbinden den Benutzer mit dem lokalen Computer, Browser verbinden den Benutzer mit entfernten Computern. Die heutigen Betriebssysteme und Browser sind obsolet, weil Menschen nicht länger mit Computern verbunden werden möchten – egal ob lokale oder entfernte. Menschen möchten mit Information verbunden werden.”
David Gelernter, Informatik-Professor an der Yale-Universität in seinem Manifest The Second Coming

Diskussionspunkte

  • Wie könnte eine Benutzerschnittstelle aussehen, die Denkprozesse besser abbildet als die derzeitige “Desktop”-Metapher aus Programmen, Fenstern, Ordnern und Dateien?
  • Wie müßte Software strukturiert sein, damit sie sich im laufenden Einsatz an neue Bedingungen anpassen läßt?
  • Wie müßten Wirtschaft und Kultur neugedacht werden, hinsichtlich dem Wesen von Software:
    • Der Wert einer Software entsteht nicht durch Herstellung der Kopie. Das Kopieren von Bits und Bytes geschieht automatisch und ist die Natur alles Digitalen.
    • Software ist kein Produkt, sondern eine Dienstleistung. Es braucht immer einen “Übersetzer”, einen Vermittler zwischen dem realen und dem digitalen Raum.
    • So wie die Gesellschaft befindet sich Software im ständigen Beta-Test.

Über die Sprecher

* 09.10.2006, Köln, Andreas Gebhard, (newthinking network), Gründer und Geschäftsführer der DeepMehta GbR mit Sitz in Berlin und einer Niederlassung in Köln. Langjährige Lobbyarbeit für Freie – und Open Source Software in Deutschland.

* 16.01.2006, Berlin, Jörg Richter, 1967 in Berlin geboren, hat an der TU Berlin Informatik und Linguistik studiert und war Mitarbeiter am Forschungszentrum für Netzwerktechnologien und Multimedia-Anwendungen (FSP-PV / PRZ). Er entwickelt seit über 20 Jahren Software. Inzwischen hat er die Technik hinter sich gelassen, und interessiert sich nur noch für den Nutzen von Computern für die Menschen.

Feedback

Cooles Open Source Projekt!

topic/deepamehta.txt · Last modified: 2010/12/23 08:42 by igor